KI-freier Blog
Hinweis: Dies ist kein KI Rant, ich möchte lediglich erläutern, wieso ich für meine persönliche Website & Blog auf KI Verwendung verzichte.
Vorgeschichte
Seit der sechsten Klasse hatte ich als Nachwuchs-Redakteur der Schülerzeitung die Liebe zum Schreiben entdeckt. Es macht mir einfach wahnsinnig Spaß, Inhalte zu ersinnen, Texte zu schreiben und sie natürlich auch zu veröffentlichen.
Während der Studienzeit habe ich (ab 2001) die größte deutschsprachige Community zum Online-Rollenspiel Phantasy Star Online betrieben und auch da viel mehr Zeit mit Website Content und Funktionen als mit dem Spielen des Spiels selbst verbracht.
Nach dem Informatik-Studium wäre ich beinahe Volontär für eine große deutsche Computerzeitschrift geworden. Leider wäre das Leben mit dem lausigen Volontärs-Obulus seinerzeit selbst mit geringsten Ansprüchen nicht finanzierbar gewesen, so bin ich dann doch in der Wirtschaft gelandet und das Schreiben blieb Hobby bzw. eine schöne Nebensache.
Auch in den weiteren Stationen meiner Karriere habe ich sehr gerne jede Gelegenheit zum Schreiben genutzt (meistens Anleitungen rund um den IT Bereich).
Warum keine KI Unterstützung im Blog?
- Der Blog hier ist ein reines Hobby. Ich muss nicht, sondern ich darf hier schreiben, ganz ohne Performance Druck (bis auf die selbstauferlegte 100 Days To Offload Challenge)
- Die Nutzung von emacs org-mode als Texteditor und Outliner für nahezu Alles hilft mir wunderbar dabei, meine Texte (oder Reden) flüssig und ohne zusätzlichen Aufwand sinnvoll zu strukturieren. Dies kann dazu führen, dass meine org-mode Markdown Texte mit den vielen Spiegelstrichen neuerdings selbst ein wenig nach KI aussehen. Ich bin froh, dass ich schon lange vor der Veröffentlichung der ersten LLMs seit mind. 2013 so geschrieben habe
- Das Schreiben selbst ist ein kreativer und schöner Prozess, den ich aus purem Egoismus nicht an einen Automaten abgeben würde, selbst wenn eines Tages die Automaten besser sein sollten
- Denk- und Reflexionshilfe: Während ich z.B. diesen Text hier schreibe, denke ich im Moment fokussiert und intensiv über das Thema nach und über sonst nichts anderes. Fast schon eine aktive Form von Meditation
- Fit bleiben: Ähnlich wie der absichtliche Verzicht auf bequeme Autofahrten zugunsten des Fahrrads, trainiere ich hier auch mein Gehirn und meine Skills beim Nachdenken & Schreiben & Überarbeiten meiner Worte
- Im automatisierten Aufblähen weniger Stichworte zu einem scheinbaren
Artikel sehe ich eine völlig fehlgeleitete Nutzung von GenAI: Soll sich
wirklich jemand die Mühe machen, einen deutlich längeren Text von
mir zu lesen, von dem ich mir nicht mal die Mühe gemacht habe, ihn
selbst komplett zu schreiben?
- Führt das nicht dazu, dass die Lesenden am Ende selbst KI zur Reduktion der aufgeblähten Füllwörter einsetzen, um den vorher mit heißer Luft aufgepumpten Text wieder zu reduzieren?
- Wenn hier im Blog mal ein Text etwas länger gerät, dann nur, weil es mir wichtig war, ausführlicher zu dem Thema zu schreiben
- LLM-Automatisierung ist nicht mehr oder weniger als ein Werkzeug und kann als Quasi-Baukasten für Default-Software und andere häufig wiederholte Muster eine Beschleunigung erzielen. Das kann praktisch sein, vor allem, wenn man selbst nicht die Fähigkeit oder Motivation dazu hat. Zum automatisierten Veröffentlichen von Veranstaltungstipps, ausgelesen aus anderen Quellen würde ich auch lieber KI einsetzen als pausenlos Texte abtippen
- Alles hier geschriebene gilt übrigens auch für KI-generierte E-Mails: Wer beruflich E-Mails durch KI aufbläht, sollte sich bewusst machen, wie viel Produktivität und Energie er damit den Mailempfängern kostet, um die relevanten Inhalte aus dem Ballast herauszufiltern
Alle KI Artikel, die mir bisher begegnen, langweilen und ermüden mich nach bereits nach wenigen Absätzen und sind leicht erkenntlich. Man bemerkt sehr schnell die überflüssigen Füllsätze, die x-fach wiederholten Muster und die fehlende Begeisterung für das Thema selbst.
Da das Web täglich weiter mit leerem Ballasttexten überflutet wird, möchte ich mit echten und ehrlichen Texten dagegen halten.
Dies ist Post 13 meiner #100DaysToOffload Challenge